Into the blue

von Chiara Dazi



Tradition kann in schlechten Zeiten Trost spenden. Tradition schafft Authentizität und Identität. Der Fußballverein 1.FC Magdeburg zählt die meisten Fans in der  vierten Liga. Das kürzlich gebaute neue Stadion fasst bis zu 25.000 Zuschauer. Eines Tages, sollte der erhoffte Aufstieg eintreffen, werden diese Besucherzahlen möglicherweise auch erreicht werden. Magdeburg war zu DDR Zeiten der erfolgreichste Ostdeutsche Fußballverein, noch heute erinnert man sich stolz an den großen Sieg des Europapokals 1974 gegen den AC Mailand. Seither ist die Mauer gefallen, Spieler, Geld und Industrien sind verschwunden. Heute ist die Stadt Magdeburg stolz auf die gelegentlichen Momente der alten Stärke und Schönheit, stolz darauf, die Wiege von Tokyo Hotel und eines großen Fußballtraums zu sein. Das gleiche Schicksal der Veränderung teilen sich viele Ostdeutsche Städte. Fußball ist ein Wunder unserer Zeit, welches es schafft Gemeinschaften zu formen und es ermöglicht intensive Momente der Zusammengehörigkeit zu erleben.

Ich interessiere mich für die Zeichen von Hoffnung und die Emotionen, die solch ein Sport auslöst, in einer Region, welche zwei Jahrzehnte nach dem Fall der Mauer immer noch nach ihrer wahren Identität sucht.

Biografie

Chiara Dazi ist Studentin der Abschlussklasse an der Ostkreuzschule für Fotografie bei Thomas Sandberg. Sie lebt und arbeitet als freie Fotografin in Berlin.

Mit dem Titelfoto von “Into the blue” gewann Chiara Dazi kürzlich den 1. Platz in der Kategorie “Best of five” des Dokfünf Fotowettbewerbs. Eine größere Auswahl der Serie kann auf der Homepage der Fotografin angesehen werden.

www.dazic.com

Mai 18th, 2010  |  veröffentlicht in Fotoreportagen

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