Nicole Strasser

Benidorm – das verlorene Paradies

Keine Stadt hat relativ zu ihrer Bevölkerung mehr Wolkenkratzer. Ferien mit Garantie auf Sonne, Strand, Sex und Sangria.

Jedes Jahr bezahlen mehr als fünf Millionen Menschen dafür, ihren wohlverdienten Urlaub in den Bettenburgen von Benidorm zu verbringen. Sie können nicht alle einen komplett schlechten Geschmack haben und verrückt sein. Oder doch?

„Zimmer mit Meerblick“, das bekommt man heute in nahezu jedem Hotel in dieser spanischen Stadt an der Costa Blanca, da sie sehr dicht an die beiden insgesamt sechs Kilometer langen Strände gebaut ist. Sie ist die Stadt mit den meisten Wolkenkratzern pro Einwohner und nach Manhattan die Stadt mit den meisten Hochhäusern pro Quadratmeter. Nicht ohne Grund nennt man sie Beniyork oder Benihattan. Kaum ein anderer Badeort in Europa hat eine solch hohe Hotelauslastung über das ganze Jahr hinweg. Nur allzu menschliche Bedürfnisse können hier sehr preisgünstig befriedigt werden: Sonne, Strand, Sex und Sangria. Die Touristenmassen fallen jedes Jahr in Scharen ein. Sie kommen, um sich frei zu fühlen und Dinge zu tun, die sie zu Hause nie tun würden.

Nicole Strasser (*1975) studierte Kommunikationsdesign mit dem Schwerpunkt Fotojournalismus an der Fachhochschule Hannover. Mit der Arbeit „Benidorm – das verlorene Paradies“ erhielt sie ein Stipendium von der VG-Bildkunst, ihre Veröffentlichung “Benidorm” in der Zeitschrift mare wurde 2011 in die Shortlist des Henri Nannen Preis aufgenommen. Nicole war von 2009 bis 2013 Dozentin an der Fachhochschule Design und Medien. Sie lebt und arbeitet derzeit in Hannover.

www.nicolestrasser.de

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