Daniel Etter

Coalminors

Im Nordosten Indiens arbeiten zehntausende Bergleute unter Lebensgefahr in Kohleminen. Viele von ihnen sind noch Kinder – die jüngsten sind gerade sieben Jahre alt.

Jeden Tag riskieren zehntausende Bergleute ihr Leben in den Kohleminen im Nordosten Indiens – die jüngsten sind gerade sieben Jahre alt. 70 Meter unter der Erde schürfen sie Kohle in Schächten die kaum einen halben Meter hoch sind. Es gibt keine Sicherheitsvorkehrungen. Schächte brechen zusammen oder werden von einfallenden Wassermassen überflutet. Ein falscher Schritt auf den wackeligen und rutschigen Leitern, die sich an den Schachtwänden in die Tiefe winden, bedeutet den Tod.

Laut Angaben von Kinderrechtsorganisationen sollen bis zu 70.000 minderjährige Jungen in den Kohleminen arbeiten. Jeden Tag fördern sie Kohle im Wert von 10 Millionen Euro, um den wachsenden Energiehunger in Indien, China und Bangladesch zu stillen.

Es ist eine Geschichte darüber, wie in der größten Demokratie der Welt fundamentale Menschen- und Kinderrechte ignoriert werden. Sie zeigt, dass auch im 21. Jahrhundert Kinder unter Bedingungen arbeiten, wie sie in Europa zu Zeiten der Industrialisierung geherrscht haben.

Daniel Etter (*1980) ist Absolvent der Deutschen Journalistenschule, hat einen Magister in Politikwissenschaft und war Praktikant der Fotoagentur VII und von James Nachtwey. Seine Fotoarbeiten wurden unter anderem in der New York Times, Corriere della Serra, Time Magazine, Spiegel und Stern veröffentlicht. Daniel wurde für seine Fotografie 2016 mit dem Pulitzer Preis und dem John Faber Award des Overseas Press Club of America geehrt, er war 2017 drittplatziert bei dem World Press Photo Contest. Neben seinen Fotos hat er zahlreiche Artikel in Zeitungen und Magazinen veröffentlicht. Für seine Texte erhielt er unter anderem den Hansel-Mieth Preis und den Axel-Springer Preis. Daniel lebt und arbeitet derzeit in Barcelona und Berlin.

www.danieletter.com

1 Kommentar. Hinterlasse eine Antwort

  • Großartige Fotos; traurig, was mit den Kindern geschieht. Dank dir für das Öffnen meiner Augen.

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