Jonas Holthaus

Wrestler

Massige Körper krachen wuchtig aufeinander, durchtrainierte Muskeln spannen sich unter Sonnenbank-gebräunter Haut. Echte Kämpfe oder alles nur Show? Jonas Holthaus erforscht die Berliner Wrestler-Szene.

Kurz vor dem Kampf gibt es für jeden Wrestler einen kleinen Moment des Innehaltens. Er steht hinter der Bühne, durch den Vorhang hindurch ist der Chor der Fans gut zu hören, der immer weiter anschwillt. Noch einmal den Kopf senken, tief durchatmen. Dann passiert er den Vorhang, besteigt den Ring und wird zu jemand anderem: zu einem Star, den alle bewundern, der seine Fans hinter sich weiß. Die Show kann beginnen.

Massige Körper krachen wuchtig aufeinander, durchtrainierte Muskeln spannen sich unter Sonnenbank-gebräunter Haut.  Unter tosendem Beifall der Menge werden Schläge und Tritte ausgeteilt und der Gegner gegen die Seile, durch die Luft und anschließend auf den Ringboden geschleudert. Nach lang anhaltendem Kampf springt der Wrestler durch die Luft und landet krachend auf dem Gegner um ihm den endgültigen Stoss zu verpassen. Und doch ist alles Show. Die Faustschläge gehen haarscharf am Gesicht vorbei, die wilden Sprünge vom Ringpfosten auf den Gegner sind akrobatische Stunts. Dafür muss jeder Handgriff und jeder Sprung sitzen, denn die Gefahr verletzt zu werden ist enorm hoch.

Wer den Kampf gewinnt, ist von Drehbuchautoren festgelegt. Mal darf der Böse siegen, meist triumphiert der Gute. Für die Zuschauer ist es oft egal, wer den Kampf gewinnt. Umso wichtiger ist, dass das Spektakel hohen Schauwert hat. Nur dann kommt das Fernsehen, und nur dann verdienen alle Geld an den Kämpfen.

Für sein Projekt WRESTLER hat Jonas Holthaus verschiedene Kämpfe in Berlin besucht und direkt am Ring, aber auch hinter den Kulissen fotografiert. Dabei fand er interessant wie kollegial es hinter den Kulissen zuging – fast zahm und schüchtern wirkte so manch ein Wrestler, der einem auf der Bühne Angst einjagen sollte.

Jonas Holthaus, 1980 in Essen geboren, studierte Fotografie bei Prof. Susanne Brügger an der Fachhochschule Dortmund. Er lebt und arbeitet als Fotograf in Berlin. Neben seinen Auftragsarbeiten im Bereich Portraitfotografie interessiert er sich eher für die Exotik in seiner unmittelbaren Umgebung, als diese im Ausland zu suchen.

www.jonasholthaus.com

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