Christian Protte

I want it to shine

Die vorliegende Arbeit von Christian Protte ist ein Langzeitprojekt, das von 2010 bis 2014 im ostwestfälischen Delbrück entstanden ist. Mit Anleihen an die amerikanische „New Color“-Fotografie der siebziger Jahre ist es ein autobiografischer Versuch einer Versöhnung mit der Provinz. Es ist nicht allzu schwer, die teils verschrobenen Skurrilitäten der Peripherie aufzuzeigen und zu dokumentieren – ohne es zu wissen, liefert sie das bereits ganz von allein. Christian Protte will dem entgegenwirken und sein Interesse gilt daher der romantisierenden Darstellung des Provinziellen. Seine Arbeit zitiert die Weitläufigkeit Amerikas, die intensiv wirkende räumliche Tiefe, aber auch die unzähligen Filme, die unser kollektives Gedächtnis mit Mythen und Stereotypen aufgeladen haben. „Darüber hinaus, und das ist für mich ein entscheidender Punkt, ist mir bei der fotografischen Umsetzung die Selbstverständlichkeit wichtig, mit der sowohl eine beliebige Kreuzung in den Randgebieten, oder auch das Portrait eines einfachen Supermarkt-Mitarbeiters präsentiert wird. Die Motive selber scheinen den Frieden mit sich selbst bereits für das Foto mitzubringen“.

Aber wieso Versöhnung mit der Provinz? In seiner Jugend findet es Christian Protte in Delbrück nicht gerade spannend; es fehlt an Abwechslung und Inspiration. Jetzt blickt er mit dieser Arbeit zurück und überprüft, ob die Provinz möglicherweise doch mehr ist, als er damals glaubte. Christian Protte setzt der Kleinstadt die Krone auf, und es ist an jedem Einzelnen zu entscheiden, ob sie ihr steht.

Christian Protte ist 1981 in Ostwestfalen geboren und Dokumentarfotograf. Nachdem er eine Zeit lang als staatlich geprüfter Raumausstatter gearbeitet hat, beschließt er, Räume lieber zu fotografieren als sie auszustatten und studiert von 2008 bis 2014 Fotografie an der FH Bielefeld. Sein Hauptaugenmerk gilt der Suche nach der Romantik des Alltags und seinen Bewohnern. Christian Protte lebt in Bielefeld.

www.protten.com

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