Fatih Kurceren

Die vierzig Tage des Musa Dagh

Seit dem Völkermord an den Armeniern sind nahezu alle Überlebenden aus der Türkei geflohen: Spurensuche an den Schauplätzen eines historischen Romans über Flucht und Verdrängung.

1933 erscheint Franz Werfels Roman „Die vierzig Tage des Musa Dagh“. Wie kaum ein Historiker hat der Schriftsteller dazu beigetragen, die Tragödie des Genozids an den Armeniern von 1915 damit vor dem Vergessen zu bewahren. Werfels Roman fußt auf der historischen Grundlage, dass sich im Sommer 1915 die Bewohner einiger armenischer Dörfer vor ihren Verfolgern auf den Musadagh (so die heutige türkische Schreibweise), den Mosesberg, geflüchtet sind und mit einfachsten Mitteln die Angriffe der osmanischen Truppen abwehren konnten. Nach über sieben Wochen auf dem Mosesberg werden über 4000 Armenier von einem französischen Kriegsschiff gerettet und nach Alexandrien gebracht. Nach dem Ersten Weltkrieg hätten die Überlebenden des Völkermords in ihre Dörfer zurückkehren können, doch nur wenige blieben am Musadagh, das Dorf Vakifli, das heute noch das einzige armenische Dorf in der Türkei ist.

Fatih Kurceren besuchte für sein Fotoprojekt diesen Ort und weitere ehemalige, heute türkisch besiedelte Dörfer am Fuße des Musadaghs; er besuchte die Schauplätze, die Franz Werfel in seinem Roman schilderte und begab sich auf die Route der damaligen Verfolgten. Welche Spuren sind heute noch von ihnen geblieben?

Fatih Kurceren, 1976 in der Türkei geboren, aufgewachsen in Istanbul. Studiert bis 2004 Germanistik an der Hacettepe Universität, Ankara und von 2005 bis 2013 Dokumentarfotografie an der Folkwang Universität der Künste in Essen. Fatih Kurceren lebt in Oberhausen.

fatihkurceren.com

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