Linda Dreisen

Munguin Business

In Kamerun und über seine Landesgrenzen hinaus gelten Heuschrecken als kulinarische Spezialität. Gekocht, getrocknet oder frittiert werden sie als Delikatesse verkauft. In Bambui, einem kleinen Ort im Hochland Kameruns, ist die Heuschreckensaison, die jährlich zeitgleich mit der Trockenzeit anfängt, daher keine Gefahr, sondern eine zusätzliche Geldquelle. Sobald die ersten Heuschrecken in den Bergen gesichtet werden, bereiten die Landwirte gewissenhaft ihre Jagd vor. Die per Hand gesammelten Heuschrecken erzielen im Verkauf einen besonders hohen Preis, da sie nicht wie die Tiere in den Wannen durch zahlreiche andere Insekten verunreinigt sind. So machen sich ganze Familien nachts an die beleuchteten Kreuzungen des Ortes auf, um die nachtaktiven Tiere einzufangen. Sie schützen sich mit Kleidung, da in Kombination mit den Heuschrecken, in Kamerun Munguin genannt, auch ein anderes Insekt namens Crichi auftaucht, das die menschliche Haut verätzt. Wer sich traut, kann so etwas Geld dazuverdienen.

Linda Dreisen, geboren 1983. Während ihres Studiums des Fotojournalismus und der Dokumentarfotografie in Hannover, das sie 2013 abschloss, hospitierte sie bei der FAZ und arbeitete seither für Zeitungen und Magazine, oft in Form von Auslandsreportagen. Ihre thematischen Schwerpunkte sind Bildung, Kultur, Landwirtschaft, Medizin und Menschen, die sich für positive gesellschaftliche Veränderungen einsetzen. Linda Dreisen lebt in Berlin.

www.lindadreisen.com

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