Thomas Bergner

Antalya

Die Stadt am Mittelmeer gilt als erschwingliches Strandparadies, beliebt bei europäischen und russischen Urlaubern. Ein Blick hinter die Kulissen des Massentourismus.

Antalya liegt an der türkischen Mittelmeerküste und ist weithin als beliebtes Reiseziel bekannt. Dort Urlaub zu machen ist vergleichsweise günstig und für fast jeden erschwinglich. Die hohen Touristenzahlen führen zu einer unglaublichen Dynamik im Bauwesen. Restaurants oder Hotels schießen scheinbar über Nacht aus dem Boden, zugleich stehen in anderen Stadtteilen Hotels leer und verfallen. Überdies gibt es auf der anderen Seite der Stadt ganze Neubauareale, die geradezu auf ausländische Investoren warten.

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Antalya ist eine Stadt städtebaulicher Extreme. Was aber bleibt für die Einheimischen? Ihr Wohnraum wird mehr und mehr an die äußersten Stadtgrenzen verschoben. Eine Wohnung im Zentrum ist für den Großteil der Bevölkerung unbezahlbar, zumal die Entlohnung für eine Arbeit im Tourismussektor überaus bescheiden ausfällt. Viele Bewohner haben zwei oder drei Jobs, arbeiten bis zu 18 Stunden am Tag und müssen zusätzlich noch den beschwerlichen Weg vom Zentrum zur Stadtgrenze auf sich nehmen.

Für die Einheimischen sieht die Lebenswirklichkeit hinter den Fassaden der Tourismusindustrie meist anders aus als das in Hochglanzbroschüren beworbene All-Inklusive-Paradies.

Aufgrund der aktuellen politischen Lage in der Türkei wurde das Fotoprojekt unterbrochen. Nach einer Reihe von Anschlägen, dem Putschversuch im vergangenen Sommer und dem andauernden Ausnahmezustand erlebt das Land derzeit einen dramatischen Rückgang an ausländischen Gästen.

Thomas Bergner (*1985 in Plauen) lebt seit 2006 in Nürnberg. Nach einer Ausbildung zum Fotografen absolvierte er an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg. 2015 wurde er zum Meisterschüler der freien Kunst ernannt. Seit Oktober 2016 lehrt Thomas Bergner Fotografie an der AdBK Nürnberg.

www.thomasbergner.com

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