Ksenia Les

I got a lust for life

Die Fotografin Ksenia Les macht anhand der persönlichen Arbeit „I got a lust for life“ das häufig verschwiegene Thema der Endometriose sichtbar.

Obwohl es über 176 Millionen diagnostizierte Fälle mit der Unterleibserkrankung gibt, ist die medizinische Forschung in diesem Feld noch nicht zulänglich ausgereift. Es existieren keine ausreichenden Behandlungsmittel, die diese Erkrankung heilen könnten. Erst das Ausbleiben einer gewünschten Schwangerschaft brachte die Fotografin selbst darauf, dass sie an der Erkrankung leiden könnte. Aufgrund ihres Hinweises, bestätigte ihre Frauenärztin die Diagnose. Ksenia Les möchte nun ihre nächsten, noch ungewissen Schritte während ihres Prozesses schwanger zu werden, dokumentieren. Auch Frauen mit der gleichen Diagnose möchte sie auf ihrem Weg begleiten und so auf die Krankheit, mit der so viele Frauen konfrontiert werden, aufmerksam machen. Fotografische und textliche Auseinandersetzungen mit der Thematik, aber auch multimediale Elemente, wie Audiointerviews und Ultraschallbilder, werden Eingang in ihre Fotoarbeit finden.

Ksenia Les, geboren 1988, ist eine russische Dokumentarfotografin. Bei ihren Projekten stehen meist sozialpolitische Themen in Ländern der ehemaligen Sowjetunion im Fokus. Damit möchte sie die osteuropäische Identität abseits von Stereotypen abbilden. Sie wurde unter anderem für UNICEF Photographer of the Year 2018 nominiert und nahm am Eddie Adams Workshop XXXII teil. Ihre Arbeiten wurden in zahlreichen Medien, wie The Washington Post, News Deepy, der Taz und De Morgen veröffentlicht.

www.kseniales.com

Weitere ausgezeichnete Arbeiten 2020

Leon Böhm

Papa Mama Martin Haus Freund

Leon Böhm dokumentiert in seiner Arbeit „Papa Mama Martin Haus Freund“ auf sensible Weise das aktuelle Leben seines Großcousins Makki (Martin), der schwerbehindert mit einem Herzfehler, ohne Schluckreflex und mit kaum Seh- wie auch Hörvermögen zur Welt kam.

Shirin Abedi

Invisible Students

Shirin Abedi stellt in ihrem nächsten fotografischen Projekt „Invisible Students“ das Thema des Mobbings im Schulkontext in den Fokus. Eine von vier Schüler*innen fühlt sich in der Schule nicht sicher und insgesamt 60 Prozent erleben Isolation, Hänseleien oder sogar körperliche Gewalt, während sie ihrer Schulpflicht nachkommen.

Sebastian Wells

La Rada di Augusta

In dem Fotoprojekt „La Rada di Augusta“ untersucht Sebastian Wells visuell anhand der Bucht von Augusta, wie vielschichtig die Problematik der (ausbleibenden) Auseinandersetzung mit dem Klimawandel in (post-)industriellen Gesellschaften ist. Seit den 50er Jahren gibt es in dieser Gegend Siziliens petrochemische Industrieanlagen.

Rafael Heygster

I died 22 times

Rafael Heygster beschäftigt sich in seinem Fotoprojekt „I died 22 times“ mit „Kriegen“ außerhalb realer Schlachtfelder. In Deutschland herrscht zwar seit 70 Jahren offiziell militärischer Frieden, dennoch taucht Krieg in abstrakterer Form innerhalb unserer Gesellschaft in unterschiedlichsten Formen auf.

Daniel Chatard

Niemandsland

Daniel Chatard fotografiert in seinem Langzeitprojekt „Niemandsland“ den Konflikt um die Braunkohleförderung im Rheinland. Dabei zeigt er vor allem die Auflehnung gegen die Abholzung der Wälder und die Zerstörung von umliegenden Dörfern. Zu Beginn seiner Arbeit 2017 nahm der Fotograf den Kampf um den Hambacher Forst in den Fokus.

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