Leon Böhm

Papa Mama Martin Haus Freund

Leon Böhm dokumentiert in seiner Arbeit „Papa Mama Martin Haus Freund“ auf sensible Weise das aktuelle Leben seines Großcousins Makki (Martin), der schwerbehindert mit einem Herzfehler, ohne Schluckreflex und mit kaum Seh- wie auch Hörvermögen zur Welt kam.

Die Ärzte gaben ihm zwei Jahre zu Leben. Heute, nahezu vierzig Jahre später, führt Makki dank eines Herzschrittmachers, aber auch vorrangig durch die Fürsorgearbeit seiner Mitmenschen, ein zufriedenes und erfülltes Leben. Sein Vater Petzi, seine Mutter Sanne und auch die Einzelfallhelferin Frau Gensch glauben an ihn und sein Potenzial. Da die Eltern aber auch Frau Gensch, die als Unterstützung für die Familie ehrenamtlich mithilft, schon um die 80 Jahre alt sind, rückt für die Familie die Frage in den Fokus, wie es für Makki weitergehen soll. Leon Böhm verfolgt in seinem Projekt diese Fragestellung auf fotodokumentarische Weise. Es soll eine Fortsetzung seines bisherigen Fotobuchs „Papa Mama Martin Haus Freund“ entstehen.

Leon Böhm ist freiberuflicher Fotograf und Grafik-Designer aus Köln. Seit seinem Abschluss in nachhaltigem Design hat er an verschiedenen Projekten in den Bereichen Mode, Dokumentation, Musik, Kunst und Innovation gearbeitet. Wegen seiner unkomplizierten und sensiblen Art schafft er es, den Menschen, die er portraitiert, auf Augenhöhe zu begegnen. Damit gelingt es ihm, auf einem Fundament voller Respekt, intime und authentische Momente einzufangen. Leon liebt den Menschen, vor allem denjenigen, der sich jenseits der Norm befindet.

www.leonboehm.de

Weitere ausgezeichnete Arbeiten 2020

Ksenia Les

I got a lust for life

Die Fotografin Ksenia Les macht anhand der persönlichen Arbeit „I got a lust for life“ das häufig verschwiegene Thema der Endometriose sichtbar. Obwohl es über 176 Millionen diagnostizierte Fälle mit der Unterleibserkrankung gibt, ist die medizinische Forschung in diesem Feld noch nicht zulänglich ausgereift.

Shirin Abedi

Invisible Students

Shirin Abedi stellt in ihrem nächsten fotografischen Projekt „Invisible Students“ das Thema des Mobbings im Schulkontext in den Fokus. Eine von vier Schüler*innen fühlt sich in der Schule nicht sicher und insgesamt 60 Prozent erleben Isolation, Hänseleien oder sogar körperliche Gewalt, während sie ihrer Schulpflicht nachkommen.

Sebastian Wells

La Rada di Augusta

In dem Fotoprojekt „La Rada di Augusta“ untersucht Sebastian Wells visuell anhand der Bucht von Augusta, wie vielschichtig die Problematik der (ausbleibenden) Auseinandersetzung mit dem Klimawandel in (post-)industriellen Gesellschaften ist. Seit den 50er Jahren gibt es in dieser Gegend Siziliens petrochemische Industrieanlagen.

Rafael Heygster

I died 22 times

Rafael Heygster beschäftigt sich in seinem Fotoprojekt „I died 22 times“ mit „Kriegen“ außerhalb realer Schlachtfelder. In Deutschland herrscht zwar seit 70 Jahren offiziell militärischer Frieden, dennoch taucht Krieg in abstrakterer Form innerhalb unserer Gesellschaft in unterschiedlichsten Formen auf.

Daniel Chatard

Niemandsland

Daniel Chatard fotografiert in seinem Langzeitprojekt „Niemandsland“ den Konflikt um die Braunkohleförderung im Rheinland. Dabei zeigt er vor allem die Auflehnung gegen die Abholzung der Wälder und die Zerstörung von umliegenden Dörfern. Zu Beginn seiner Arbeit 2017 nahm der Fotograf den Kampf um den Hambacher Forst in den Fokus.

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