Daniel Chatard

Niemandsland

Daniel Chatard fotografiert in seinem Langzeitprojekt „Niemandsland“ den Konflikt um die Braunkohleförderung im Rheinland. Dabei zeigt er vor allem die Auflehnung gegen die Abholzung der Wälder und die Zerstörung von umliegenden Dörfern. Zu Beginn seiner Arbeit 2017 nahm der Fotograf den Kampf um den Hambacher Forst in den Fokus.

Inzwischen ist der restliche Teil des Forsts gerettet, der Kampf um die Erhaltung des niederrheinischen Gebiets geht jedoch weiter. Denn obwohl Deutschland im Jahr 2038 den Kohleausstieg plant, sollen noch fünf weitere Dörfer dem Tagebau weichen. Daniel Chatard möchte an dieser Stelle weiter fotografisch ansetzen und unter anderem den Widerstand einiger Dorfbewohner*innen des Bündnisses „Alle Dörfer bleiben“ verfolgen, sowie den der Aktivist*innen, die weiterhin vor Ort gegen RWE und für Mensch, wie auch Umwelt einstehen. Es ist ungewiss, welche Geschichte Chatard mit seiner Arbeit weiterhin erzählen wird. Wird es zusätzliche „Hambi-Erfolge“ geben? Könnte sogar der Kohlekompromiss der Regierung gebrochen werden? Eine wichtige Geschichte, die Daniel Chatard fotografisch weiter verfolgen wird.

Daniel Chatard, geboren 1996 in Heidelberg, ist ein deutsch-französischer Dokumentarfotograf. Seit 2015 studiert er an der Hochschule Hannover Fotojournalismus. In seinen Projekten untersucht Chatard, wie sich soziale Dynamiken und Konflikte im physischen Raum manifestieren. Wiederkehrende Themen, mit denen sich der Fotograf auseinandersetzt, sind kollektive Identitäten, Grenzen und Umwelt. Seine Arbeiten wurden schon in The Washington Post, National Geographic, The British Journal of Photography, L’Obs und Die ZEIT veröffentlicht. Er wurde unter anderem mit dem Deutschen Jugendfotopreis und dem Rückblende Preis für politische Fotografie ausgezeichnet, zudem erschien er auf der Shortlist des Deutschen Fotobuchpreises und war Finalist beim Leica Oskar Barnack Award.

www.chatard.de

Weitere ausgezeichnete Arbeiten 2020

Leon Böhm

Papa Mama Martin Haus Freund

Leon Böhm dokumentiert in seiner Arbeit „Papa Mama Martin Haus Freund“ auf sensible Weise das aktuelle Leben seines Großcousins Makki (Martin), der schwerbehindert mit einem Herzfehler, ohne Schluckreflex und mit kaum Seh- wie auch Hörvermögen zur Welt kam.

Ksenia Les

I got a lust for life

Die Fotografin Ksenia Les macht anhand der persönlichen Arbeit „I got a lust for life“ das häufig verschwiegene Thema der Endometriose sichtbar. Obwohl es über 176 Millionen diagnostizierte Fälle mit der Unterleibserkrankung gibt, ist die medizinische Forschung in diesem Feld noch nicht zulänglich ausgereift.

Shirin Abedi

Invisible Students

Shirin Abedi stellt in ihrem nächsten fotografischen Projekt „Invisible Students“ das Thema des Mobbings im Schulkontext in den Fokus. Eine von vier Schüler*innen fühlt sich in der Schule nicht sicher und insgesamt 60 Prozent erleben Isolation, Hänseleien oder sogar körperliche Gewalt, während sie ihrer Schulpflicht nachkommen.

Sebastian Wells

La Rada di Augusta

In dem Fotoprojekt „La Rada di Augusta“ untersucht Sebastian Wells visuell anhand der Bucht von Augusta, wie vielschichtig die Problematik der (ausbleibenden) Auseinandersetzung mit dem Klimawandel in (post-)industriellen Gesellschaften ist. Seit den 50er Jahren gibt es in dieser Gegend Siziliens petrochemische Industrieanlagen.

Rafael Heygster

I died 22 times

Rafael Heygster beschäftigt sich in seinem Fotoprojekt „I died 22 times“ mit „Kriegen“ außerhalb realer Schlachtfelder. In Deutschland herrscht zwar seit 70 Jahren offiziell militärischer Frieden, dennoch taucht Krieg in abstrakterer Form innerhalb unserer Gesellschaft in unterschiedlichsten Formen auf.

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